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ach du besinnliche weihnachtszeit

  • 21. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

& besonders in dieser zeit, sollte es dazu gehören, ein wenig über themen zu sinnieren, die weniger fröhlich & glücklich stimmen. ein bisschen unbequem aber wichtig sind.



Ein Bericht, den ich kürzlich gelesen habe, ließ mich erstaunt zurück.

Nicht, weil mir die Thematik neu gewesen wäre - die ist mir längst bekannt.

Sondern weil daraus eine Schlagzeile gemacht wurde. Und genau das machte etwas sichtbar, wovon wir wissen, aber gerne ausblenden.


Literatur, Berichte & Organisationen, legen offen, welcher mensch-, tier- & umweltverachtenden Praktiken sich eine verantwortungslose Modeindustrie bedient.

Und trotzdem wirkt es anders, wenn es plötzlich schwarz auf weiss aufploppt.


Der Artikel berichtet davon, dass mehrere italienische Luxusmarken von der italienischen Justiz verdächtigt werden, Menschen auszubeuten. Aufträge sollen an Subunternehmer vergeben worden sein, die Menschen unter widrigsten Bedingungen beschäftigen.


welch überraschung.

In diesen Werkstätten – so der Bericht – werden Taschen zu einem Hungerlohn gefertigt. Die angegebenen Herstellungskosten einer solchen Luxushandtasche liegen unter 60 Euro. Verkauft wird sie später um das 40fache davon. Material- & Lohnkosten - wie soll das gehn?!


Traurig ist nicht nur die Erkenntnis an sich, sondern dass erst jetzt sichtbar wird, wie viele sogenannte Luxusmarken dazugehören. Und wiederum auch nicht – denn Geld regelt bekanntlich sehr gut.

oooppss...


dennoch: es ist gut, dass daraus nun eine Schlagzeile entsteht. Dass hingesehen wird. Und dass verantwortungsbewusste Mode – zu der mittlerweile viele großartige Brands gehören – dadurch vielleicht mehr Aufmerksamkeit bekommt.


Ich liebe Ästhetik.

Ich liebe schöne Dinge.

Aber ich definiere mich nicht über Marken.

Wenn ich mich für etwas entscheide, dann aus Überzeugung & nach meinen Wertevorstellungen.


und ja – auch ich habe hochpreisige Markentaschen zu Hause. Sie stammen aus einer Zeit, in der ich noch nicht so bewusst mit meinem Konsum umgegangen bin. Vor allem nicht im Hinblick auf Herstellung, Verantwortung & die Menschen dahinter. Und ich verwende sie, denn das nicht zu tun, wäre ebenso eine Art Verschwendung an Ressourcen.


an der stelle frage ich mich – euch:

kann man sich wirklich mit Konsumgütern rühmen, wenn man weiß, dass dafür Menschen ausgebeutet & genötigt werden?

dass Kinder Teil dieses Systems sind?

dass Luxus oft auf Kosten anderer entsteht?


fakt ist: Menschen leiden – damit andere ihre Marken zur Schau stellen können. Damit sie "dazugehören". Damit wir mehr wollen, statt bewusster zu wählen.


Seitdem ich um viele dieser Umstände weiß, besonders im fast-fashion-Bereich, verzichte ich lieber auf ein Teil, das schon sehr gut aussieht und ich gern hätte. Ich entscheide mich aber bewusst dagegen, Teil eines Geschäfts zu sein, das Mensch, Tier und Umwelt skrupellos ausbeutet – & das ich durch meinen Kauf unterstützen würde.

Natürlich ist das jedem selbst überlassen.


Ich möchte erwähnen - es gibt Alternativen. Richtig schöne preloved-Taschen in nahezu neuwertigem Zustand zum Beispiel. Dinge mit Geschichte. Mit Wert.


Ich hoffe nur, dass sich durch diese Aufmerksamkeit auch tatsächlich etwas ändert.

Denn dafür braucht es mehr als Empörung. Es braucht ein längst überfälliges Lieferkettengesetz – eines, das diesen Namen verdient & endlich auf den Weg gebracht wird.


& genau jetzt ist die Zeit wirklich hinzusehen.



Buch Titel mit Bild: "unfair fashion - der hohe preis der billigen mode"

zum Thema Modeindustrie möchte ich an dieser Stelle auch auf mein Gespräch mit Natascha Soursos zurückkommen. Im Rahmen ihres Podcasts „DACHGEFLÜSTER“ haben wir gemeinsam das Buch „Unfair Fashion - der hohe preis der billigend Mode“ von Dana Thomas gelesen und darüber gesprochen.

Ich lege euch dieses Buch sehr ans Herz. Es bietet quasi behinde the scenes Einblicke, wie die Modeindustrie funktioniert & auch, dass es anders gehen kann. Unaufgeregt. Ehrlich. Ohne Beschönigung.



Bild von Natascha & Sonia bei Podcastaufnahme

Die Podcastfolge könnt ihr über den folgenden Link nach hören:










*wenn euch meine beiträge gefallen, ich euch damit inspirieren kann & bewusst machen, dass jeder einzelne von uns fähig ist einen positivien beitrag zu leisten, freue ich mich über ein kommentar, feedback & gerne auch themenvorschläge - darf auch sehr gerne geteilt werden. :)

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